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Peter Mathis und die Ästhetik der Natur

Ob das Gestein eines Berges, die Blätter eines Baumes, der Baum als Ganzes oder eine Schneeflocke: Wo auch immer wir in die Natur schauen, liegen ihr eigene Strukturen und Ordnungsprinzipien zu Grunde.


Symmetrie, Zahlenfolgen und geometrische Formen bestimmen unsere Umwelt. Für unser Auge sind diese Ordnungsprinzipien harmonisch und so lassen sich Künstlerinnen und Künstler schon seit Jahrtausenden von der Ordnung der Natur inspirieren. Man denke an antike Säulen, deren Bau am Wachstum der Bäume orientiert ist oder an die radialen Fenster mittelalterlicher Kirchen, die Blüten gleichen.

Peter Mathis ist als Fotograf Autodiktat. Und das nun schon seit mehr als 30 Jahren. 1961 in Hohenems geboren (er lebt auch heute noch dort), hatte der Österreicher eigentlich eine ganz andere Karriere vor sich, denn gelernt hatte er ursprünglich den Beruf des Schreiners. In seiner Freizeit war und ist Mathis ein begeisterter Outdoorsportler. Die jugendlichen Klettertouren mit Freunden fing er an fotografisch festzuhalten. Bald hing Mathis nicht mehr am Kletterseil, sondern stand hinter der Kamera, um das Sport- und Naturerlebnis zu dokumentieren.

1986 machte er sein Hobby, die Fotografie, schließlich zum Beruf, oder schöner gesagt: Sein Hobby zur Kunst. Heute werden seine Sport- und Landschaftsfotografien international gesammelt und ausgestellt.

Zu Beginn seiner Karriere konzentrierte sich Peter Mathis hauptsächlich auf die Outdoor- und Sportfotografie, heute ist er vor allem Landschaftsfotograf. Seine Aufnahmen hält er bevorzugt in Schwarz Weiß. Pigmentdrucke auf Bambus- oder Barytpapier erinnern an die Anfänge der historischen Kunstfotografie.


Die Arbeiten von Peter Mathis sind durch ihre Authentizität ausgezeichnet. Eine Aufnahme ist für den Fotografen nicht einfach die Reproduktion eines Motivs, sondern wird mit der Kamera vor Ort erarbeitet. Lokal vorherrschende Licht- und Wetterverhältnisse inklusive. So nimmt der Fotograf oftmals weite, stürmische und steinige Wege auf sich, um die “perfekte” Aufnahme zu erzielen. Dabei steht „perfekt“ oftmals analog zu „turbulent“. So hat sich Mathis für die perfekte Aufnahme bereits in gefährliche, gar lebensbedrohende Situationen gebracht.

„Die Bergfotografie ist für mich wie eine Schatzsuche: Man weiß wonach man sucht, wenn man loszieht. Was man erwartet, findet man vielleicht nicht, aber dafür etwas völlig anderes.“ - Peter Mathis

Gelohnt haben sich diese Strapazen

jedoch immer, denn Peter Mathisʻ überragende Kenntnisse der Bergwelt ermöglichen dem Künstler bekannte Motive aus einer bisher ungekannten Perspektive auf eine ganz besondere Art und Weise festzuhalten. Die Fotografien von Peter Mathis lenken als gekonnt ausgewählte Ausschnitte unsere Wahrnehmung auf solche Ordnungen in der Natur. Fragmente, Formen und Strukturen, Fraktale – Mathis‘ Blick für Details ist bemerkenswert. Ein zugefrorener See wird bei ihm zu einem abstrakten Naturkunstwerk, ein Wüstenausschnitt gleicht einer Schneelandschaft. Durch Überzeichnung und Perspektive ermöglicht Mathis den Blick in eine nahezu unwirklich erscheinende Natur.

Starke Kontraste und eine ausgewogene Verteilung in der Gewichtung, feine Abstufungen und harmonisches Grau von hell bis dunkel: Mathis lotet die Grenzen zwischen Natur und Kunst immer wieder aus.


Besonders bemerkenswert ist Peter Mathis' Blick für Details: Fragmente, Ausschnitte, Formen und Strukturen, die er mit seiner Kamera einfängt. Ein zugefrorener See wird bei Mathis zu einem abstrakten Naturkunstwerk, ein Wüstenausschnitt gleicht einer Schneelandschaft. Mathis ist Meister darin, die verschiedenen Elemente künstlerisch, ästhetisch festzuhalten, ohne etwas von ihrer Unbändigkeit und Ursprünglichkeit einzubüßen.

Durch Überzeichnung und Perspektive ermöglicht Mathis den Blick in eine nahezu unwirklich erscheinende Natur. Seinem Werk merkt man die tiefe Verbundenheit des Künstlers mit dem Sujet an.

Bei der Betrachtung seiner Werke kann einen zuweilen dasselbe Gefühl, wie am Ende einer langen Wanderung überkommen: Ehrfurcht, wenn man am Gipfel angekommen, in die Weite der Landschaft oder die Tiefe einer Schlucht blickt. Angesichts der Schönheit der Natur und der schieren Größe des Planeten, kommen einem die eigenen Sorgen und Probleme belanglos vor. Man selbst fühlt sich - in einem positiven Sinne! - klein und unbedeutend.

Fast so schmerzend-scharf, wie die Spitzen der von Mathis fotografierten Gesteinsformationen, so fühlt es sich an. Es ist so schön, dass es fast wehtut. So schön, dass man weinen könnte.


Peter Mathis fertigt seine Werke in streng limitierten und begrenzten Editionen. Dabei ist allein schon der Rahmen ein Kunstwerk für sich: Eigens aus der Hand von Peter Mathis gefertigt, ergänzen die aus Eiche oder Ahorn bestehenden Rahmen die Kunstwerke individuell und passgenau.


Bildinspiration: Peter Mathis, Schottensee 1, 2 und 3, Schweiz, 2015

Die drei Seewerke von Peter Mathis haben in "Aufbruch" eine ganz prominente, aussergewöhnliche Präsentationsform bekommen: Auf dem Boden nehmen die 80 x 80 cm breiten Platten ihren Platz ein.

Als Betrachter hat man das Gefühl auf die verreisten Flächen des Sees treten zu können, sie knirschen zu hören. Zerbricht das Eis? Achja, es handelt sich gar nicht um echtes Eis. Nur Acrylglas, das den Pigmentdruck auf Barytpapier zu real erscheinen lässt. Die Ahorn-Rahmung -massiv, dunkel gebeizt- unterstreicht die wirklichtkeitsnahe Wirkung des fotografierten Sees.

Wo oben und unten ist entschiedet der Betrachter selbst: Die Bilder geben keine Reihenfolge vor, keine Struktur, obwohl sie selbst doch so strukturiert sind. Die Luftbläschen auf der Oberfläche des eingeforeren Sees wirken so, als wären sie eigens vom Künstler so zusammengesetzt worden. Was widerum zeigt: Die Natur hat ihre eigene Harmonie, ihre inhärente Ordnung und Schönheit. Sie braucht die korregierende Hand des Menschen nicht.

Daran hält sich auch der Fotograf und Künstler Peter Mathis. Indem er sich daran hält, hält er nur fest und ermöglicht uns einen Blick auf die Ästhetik der Natur, der sonst womöglich im Gewirr des Alltags untergeht.


Wenn ihr gerne mehr über Peter Mathis erfahren wollt, dann besucht gerne unsere ARITST-Rubrik auf princehouse.de oder klickt direkt auf diesen Link: https://www.princehouse.de/peter-mathis





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