Ausstellung vom 3. August bis 28. September 2018
„Indien, wie China, ist ebenso eine frühe wie eine noch gegenwärtige Gestalt, die statarisch und fest geblieben ist und in der vollständigsten Ausbildung nach innen sich vollendet hat. Es ist immer ein Land der Sehnsucht gewesen und erscheint uns noch als ein Wunderreich, als eine verzauberte Welt.“
(Hegel, Geschichte der Philosophie, Bd. I, Zweiter Abschnitt)






#Manjari Sharma
AUSSTELLUNG
In kaum einem Land sind die alten Bräuche und religiösen Gepflogenheiten so bunt mit den Neuerungen der Moderne und den globalen Veränderungen verbunden wie Indien. In den Farben der Zeremonien und Rituale offenbart sich die Form und Freiheit einer Gruppe oder Gesellschaft. André Wagner vermag uns von diesem Weg der indischen Gesellschaft wie kein anderer einen künstlerischen Einblick zu geben. Durch seinen Blick scheint man fast unmittelbaren Kontakt mit den Menschen auf ihrem Pilgerweg oder in der feierlichen Prozession zu haben. Es sind Einblicke in eine quasi zeitlose Epoche der indischen Bräuche und Kulte. Ekstase und Prozession, Anbetung und Verehrung stehen für jeden Hindu regelmäßig im Zentrum des Lebens gemäß den Regeln und festgeschriebenen Bräuchen, die auf eine über 4000 Jahre alte Tradition zurückblicken. “Sanskrit” war jene Schriftform, in welcher die als heilig geltende Sammlung göttlicher Offenbarungen überliefert wurde. Dabei bedeutet “Sanskrit” soviel wie “zusammen-gemacht” und hält zusammen, was im täglichen Leben der Hindus als religiöse Praxis nach außen kehrt. Die Verehrung der zahlreichen Gottheiten berührt zudem auch die persönlich existenziellen Bedingungen, etwa bei der Geburt eines Kindes, dem Wunsch nach Wohlstand oder der Hoffnung auf den richtigen Mann.
Die Werke von André Wagner atmen eben diesen farbenprächtigen Zauber, der aus einer andern Zeit zu stammen scheint. Er fängt Bewegungen und Abläufe ein, die in ihrer Inszenierung gewaltig und bewegend sind. Seine Handschrift zeigt sich vor allem darin, ein Gespür für die authentischen Momente dieser lebendigen Ekstasen zu haben. Dazu gesellen sich in der Ausstellung die Arbeiten von Manjari Sharma. Sie inszeniert den Götterkult des pantheistischen Götterhimmels für jede Ihrer Fotografien von neuem und lässt das Ritual und die Inszenierung der göttlichen Stellvertretung in ihren Arbeiten aufgehen.
André Wagner
André Wagner (*1980) war seit 2002 als freier Fotograf tätig. In dieser Zeit arbeitete er hauptsächlich für Magazine wie „Stern“, „Rolling Stone“ oder „Geo“. Danach wandte er sich freien Projekten als Fotokünstler zu. Seine Arbeiten wurden in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Kunstgalerien, Museen und Kunstvereinen gezeigt und auf Kunstmessen im In- und Ausland ausgestellt, u. a. der 55. Biennale von Venedig (2013). Charakteristisch für die Fotografien André Wagners ist seine intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten und Motiven seiner Bilder. So rührt seine Faszination an Indien nicht aus einer oberflächlichen Esoterik her, sondern aus einer eingehenden Beschäftigung mit Historie, Kultur und Religion des Landes.
Manjari Sharma
Manjari Sharma (*1979) ist in Mumbai, Indien geboren und aufgewachsen und lebt in den USA. Die Arbeiten der international ausgestellten Foto-Künstlerin befinden sich in zahlreichen Privatsammlungen und Sammlungen namhafter Häuser, wie der Sammlung des Museum of Fine Arts in Houston, und dem Metropolitan Museum of Art in New York. Die Künstlerin wurde 2014 mit dem CENTER’s Curator’s Choice award ausgezeichnet. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch genaue Gesellschaftsstudien und persönlichen Erfahrungen aus, mit der sie in ihrem Werk eine individuelle Mythologie erschafft.









