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WALTER SPAGERER

Die Fotografie ist vor allem ein abbildendes Medium.

– Walter Spagerer

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VERFÜGBARE WERKE 

Walter Spagerer, 1948 in Mannheim geboren, arbeitete nach seinem Kunststudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, 20 Jahre lang als Kunsterzieher in Mannheim und beschäftigte sich intensiv mit Fotografie. Nach einem umfangreichen Werk „normaler“ Fotografien mit einem Schwerpunkt auf Landschaften entstanden in den letzten 15 Jahren eine große Anzahl von Scanogrammen oder auch Scanografien genannt. Spagerer ist ein Pionier dieser Technik des Fotografierens mit dem Scanner.

Was zunächst sehr einfältig nach einem bloßen Kopieren klingen mag, bringt einen ungeahnten Facettenreichtum und künstlerische Freiheit mit sich. Spagerer lässt auf die Glasplatte des Scanners eine eher zufällige Anordnung von Blumen und Pflanzen fallen und scannt sie ein. Bereits im Scanner lassen sich verschiedene Parameter festlegen, die in das fertige Kunstwerk entscheidend mit einspielen. So kann Spagerer zwischen mehreren Beleuchtungsmethoden auswählen sowie den Hintergrund, Intensität und Tonalität der Farbnuancen und den Kontrast einstellen. Vor dem endgültigen Scannen wird aus den vielen Ansichten ausgewählt, Form und Bildausschnitt werden geprüft. Anschließend folgen umfangreiche Transformierungen im Computer mit einer geeigneten Software. Erst dann wird gescannt. Die Scanfläche, auf die Spagerer seine Naturobjekte legt, ist kleiner als ein DINA4-Blatt, doch die Ausdrucke können Maße von bis zu 120 x 90 cm erreichen, ohne erkennbares Korn oder Unschärfen. Im Allgemeinen druckt Spagerer im DINA2-Format (43 x 60 cm ) aus. Bis das entstandene Bild fertig aus dem Drucker läuft vergehen meist mehrere Stunden.

Das Endergebnis birgt erstaunliche Facetten, die sich auf der flachen Scheibe eröffnen. Es entstehen so mal grafisch klare Konturen eines transluziden Löwenzahns, mal das schummrig-malerische Antlitz einer barocken Birne oder der farblich akzentuierte Lauch als ikonisches Sinnbild der schönen Naturform.

Bei der Mehrzahl der Bilder handelt es sich um Unikate, was die Kunstfertigkeit der Scanografien unterstreicht. Durch diese künstlerische Technik, die Walter Spagerer für sich gefunden hat, zeigt er die Ausdrucksmöglichkeiten des Digitalen auf und hebt die Berechtigung des Scannens als künstlerisches Gestaltungsinstrument hervor. Auch birgt der Scanner ganz eigene Besonderheiten: Anders als das Objektiv der Kamera, das zu seinen Rändern hin in Unschärfen auswächst, nimmt der Scanner alle Bereiche seiner Auflage gleichermaßen scharf wahr. Nur was sich weiter entfernt von der Scanauflage befindet, taucht in den Dunst des Kaum-noch-sichtbaren ein.


Besonders deutlich wird die Vielfalt des Mediums in seinem Buch “Walter Spagerer. Ohne Kamera. Fotografieren mit dem Scanner”. Umrahmt von Zitaten aus der Literatur sowie eigenen Überlegungen und praktischen Hinweisen zur Scanographie, ist Spagerers Buch bahnbrechend in der „Scanography“ und wurde sogar für den deutschen Fotobuchpreis nominiert. Die unglaublich sensiblen, ausdrucksstarken Pflanzenaufnahmen in Kombination mit den Textpassagen machen die Buch- und Bildbetrachtung zu einem Erlebnis.