SHINJI HIMENO 

„Ich bin sicher, dass Ihnen meine Bilder gefallen werden.”

– Shinji Himeno

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VERFÜGBARE WERKE 

Magischer Realismus

 

Figuren schweben in historischen Gewändern gehüllt vor einer neu-inszenierten Stadtkulisse, die Atmosphäre ist geheimnisvoll, die Bewegungen harmonisch, schwebend. Als Betrachter wird man auf eine Reise mitgenommen und kann vorerst nur staunen. Erst mit der Zeit entwickelt sich eine Geschichte, die versucht dem Seltsamen auf den Grund zu gehen. Himenos Werke sind gegenständlich, figurativ, sie möchten etwas erzählen, was sich in der Nacherzählung (beim Betrachten) als mehrdeutig, vielleicht sogar ambivalent erweist. Bei seinen prägnanten „schwebenden“ Figuren wissen wir nie genau, ob sie sich erheben, steigen, ob sie fallen, oder schwerelos im Raum sind und welchen Bezug zur Umwelt sie überhaupt haben. 

Thematisiert wird das Mysteriöse zwischen Menschen und ihren Umständen, dabei gibt es keine logische oder psychologische Erklärung – keine Manipulation der Realität, Himeno will vielmehr die Feststellung und Identifizierung des Mysteriösen hinter den Dingen erforschen. Der Mensch wird selbst als Mysterium dargestellt, der von einer realen Situation umgeben ist. Oft liegt der Fokus hierbei auf der gegenwärtigen Welt und ihren Veränderungen. Der magische Realismus als Stilrichtung vermischt die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie. 

Mit Vorstellungskraft und Fantasie geben wir uns bei Himenos Werken dem Seltsamen hin. Eine gewisse Angst vor der Konfrontation mit den Gedanken des Künstlers bewegt uns als Betrachter, und zwar nach vorn. Auch wenn wir bei der Betrachtung zunächst distanzierte Außenstehende sind, wird die Neugier auf das Eigentümliche mit der Zeit immer größer, die Werke kommen uns näher und wir ihnen. Die Magie ergründet das Objekt, die Interpretation liegt im Auge des Betrachters.

Die Werke zeigen einen sozial – und kritischen Verismus und deuten auf eine Stiltendenz innerhalb der Neuen Sachlichkeit. Diese etablierte sich über die Jahre des Nationalsozialismus. Der "Magische Realismus" dann entstand als eigenständige Strömung im Westen sowie in Lateinamerika. Ursprünglich wurde der Begriff durch den Kunsthistoriker Franz Roth im Jahre 1925 geprägt. Er bezeichnete einen postexpressionistischen Malstil von Bildern in der von Gustav Hartlaub bereits für 1923 geplanten Ausstellung Neue Sachlichkeit. Deutsche Malerei seit dem Expressionismus, die vom 14. Juni bis zum 18. September 1925 in der Kunsthalle Mannheim gezeigt wurde.

Himenos  Verknüpfung von realistischen und surrealistischen Elementen sowie die traumhaft-magische Komponente sind charakteristisch für die Kunst des Magischen Realismus. Seine Position vertritt die Existenz des Fantastischen in der Realität, besonders in, beziehungsweise durch die Widersprüchlichkeit in der Koexistenz von Geschichte, Geographie, Demographie und Politik, die sich gegenseitig beeinflussen.

“Ich bin sicher, dass Ihnen meine Bilder gefallen werden.” Mit diesem Satz präsentierte der junge Shinji Himeno (*1966 in Tokushima, Japan) im Herbst 1991 seine Mappe Werner Tübke. Mit dem Wunsch bei dem Künstler aus der Leipziger Schule zu lernen, siedelte Himeno nach dem Fall der Mauer 1989 nach Berlin über und begann auf Empfehlung Tübkes ein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seinen Abschluss als Meisterschüler bei Arik Brauer, schloss er an der Akademie der Bildenden Künste in Wien ab. Heute arbeitet und lebt er in der Bundeshauptstadt. Seine Gemälde und Zeichnungen werden seit den neunziger Jahren in den unterschiedlichsten Galerien der Bundesrepublik ausgestellt. 

Stilistisch bedient sich Shinji Himeno nicht nur unterschiedlicher Elemente etwa alter Renaissance-Meister, sondern er macht sich deren Bildsprachen für seine taumelnden Welten zu eigen, wie etwa in der Arbeit „Über den Wolken“, die an ein italienisches Deckengemälde erinnert und zugleich einen ganz eigenen christlich-mythologisch geprägten Kosmos beschreibt.

Wir freuen uns sehr, Werke dieses besonderen Künstlers präsentieren zu dürfen und danken hierfür herzlich der Galerie Schwind Leipzig/ Frankfurt a.M.