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ANDREAS SCHOLZ

„In etwa 50 Jahren werden die Bilder erst ganz so aussehen, wie ich sie gedacht habe.“

 

– Andreas Scholz

VERFÜGBARE WERKE 

En plein air - Über die Stimmung und das Malen im Freien.

Andreas Scholz ist vielseitig und vor allem ein Naturmaler in vielerlei Hinsicht: Er malt tatsächlich in impressionistischer Manier "en plein air", in der Natur, und seine Motive sind fast immer mit dieser verbunden. Sie sind leicht, Zynismus und Ironie stellt er Anmut und Leichtigkeit entgegen und seine Ölfarben lassen das Licht der jeweiligen Szenerie beeindruckend zutage treten. Damit setzte er sich bereits zu seinen Studienzeiten an der FHS für Kunst und Design in Köln (1976 – 1980) von der „Neuen Wilden Malerei“ der 80er Jahre ab.

In verschiedenen Formaten gelingt Andreas Scholz fast immer eines: Wir stehen nicht VOR seinen Werken, wir sind TEIL davon, denn die Bildausschnitte und Kompositionen sind eben wie in der freien Natur so gewählt, dass wir gemeinsam mit dem Künstler am Ort des Geschehens sind. Wir besuchen mit ihm den Bodensee, das Allgäu oder die Ardèche und befinden uns im Moment der Betrachtung in eben jenem Licht. Der Fokus liegt weniger darauf Geschichten zu erzählen, sondern eher darauf Momentaufnahmen und Sinneseindrücke festzuhalten. Die Motivwahl entspringt hauptsächlich dem Gesehenen und dem alltäglichen Leben: Sie reicht von Landschaftsbildern und Stadtansichten, bis zu Stillleben.

Besonders in seinen Landschaftsbildern, werden Anmut und Leichtigkeit durch einen impressionistischen Duktus sichtbar und spürbar:  Farbenflimmern, Licht- und Schattenspiele, Weite. Als Betrachter fühlt man sich diesen räumlichen entfernten Landschaften trotzdem nahe. Andreas Scholz vermag es das Gefühl von kitzelnden Sonnenstrahlen, Wärme und sommerlicher Unbeschwertheit zu transportieren. 

„Bevor ich sie auf den Bildträger übertrage, erlebe ich meine Motive. Ich schwimme in dem See, den ich male, ich spaziere durch den Wald, den ich darstelle. Das ist für mich wesentlicher Aspekt meiner Arbeit“, erzählt der Maler. Anschließend filmt oder fotografiert der Künstler das Sujet zu verschiedenen Tageszeiten und wechselnden Lichtverhältnissen. Diese Aufnahmen nutzt er als Vorstudien. Erst danach überträgt er das Gesehene und Erlebte in Öl oder Acryl auf den Bildträger. 

Meist arbeitet Scholz seriell. Seinem Sujet nähert er sich immer wieder von verschiedenen Seiten, um so all seine Facetten festzuhalten.

Charakteristisch für den Künstler ist, dass er unkonventionelle Bildträger nutzt: Mal malt er auf Holz, mal werden die Seiten eines alten Buches als Maluntergrund verwendet. So wird der Faktor „Zeit“ ganz bewusst als Mit-Gestaltungsmöglichkeit verwendet: „In etwa 50 Jahren werden die Bilder erst ganz so aussehen, wie ich sie gedacht habe.“, sagt der Künstler. 

 

Zuweilen wagt er sich auch an andere Zugänge zur Landschaftsdarstellung heran, wie in der Serie „Bullit“, die in insgesamt 42 Standbildern die Verfolgungsjagd aus dem gleichnamigen Film auf Holzbildträgern (je 30 x 50 cm) darstellt, die zusammengesetzt ein Bildfeld mit den Maßen 210 x 300 bilden. Die legendäre Autoverfolgungsjagd zwischen Frank Bullit, gespielt von Steve McQueen und den Killern war für Andreas Scholz schon immer eine wichtige Sequenz, die er sich wieder und wieder ansah.

Die Bildserie thematisiert neben der künstlerisch reizvollen Übersetzung der ikonischen Filmvorlage in Malerei das Dilemma, in welchem sich Polizisten bei ihrer zum Teil gefährlichen Arbeit befinden. In Bruchteilen von Sekunden müssen sie bisweilen Entscheidungen mit möglicherweise fatalen Folgen treffen. Mit dieser Problematik befasst sich der Film, diese Problematik greift auch Scholz in „Bullit“ auf.

 

Eines ist all seinen Bildern gemein: Sie sind für den Betrachter zugänglich. Scholz‘ Bilder wirken einfach, im Sinne von leicht. Und sie sind schön. Hinter der in leuchtenden Grüntönen aufgetragenen Leichtigkeit, steckt eine einfühlsame Beobachtungsgabe des Künstlers und das Talent, dieses auf den Bildträger – meist Holz oder Leinwand auf Holz – zu transportieren.  Teils operiert die Holzmaserung sogar als gestaltendes Bildelement, wie im Strand an der Côte d’Azur.
Andreas Bilder treffen in ihrer Sensibilität direkt in unsere eigene Sinnes- und Momentwahrnehmung und erinnern an unser eigenes Naturerleben, an Urlaub und an Unbeschwertheit - ja, vielleicht kann man sogar so weit gehen, dass sie uns in einen Urlaub führen, den wir vielleicht (noch?) gar nicht gemacht haben.